Der Weg ist frei für die neue Volksbank Hohenzollern-Balingen

98,06% der Balinger und 97,65% der Hohenzollerischen Vertreter stimmen für die Fusion!

Die Fusionasabstimmung in der Stadthalle Balingen

156 der insgesamt 197 Vertreter der Balinger Volksbank nahmen an der Abstimmung teil. Lediglich drei stimmten mit "Nein", dagegen 152 mit "Ja" – das ergibt eine Zustimmungsquote von 98,06 Prozent zu der Verschmelzung der beiden genossenschaftlichen Institute. Stimmen die Vertreter der Volksbank Hohenzollern am Dienstag, 12. Mai, ebenfalls mit mindestens 75 Prozent dafür, dann steht der größten Volksbank im Zollernalbkreis mit einer Bilanzsumme von rund 1,1 Milliarden Euro nichts mehr im Wege.

Vor der Abstimmung in der Balinger Stadthalle hatten die Vorstände den Vertretern und Mitgliedern noch einmal die Vorteile der Fusion dargelegt. So sagte Edgar Luippold, der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Balingen, dass die beiden Institute quasi wie füreinander geschaffen seien: die Geschäftsgebiete grenzen aneinander, beide Banken befänden sich in soliden wirtschaftlichen Verhältnissen, die Regionen Balingen und Hohenzollern bildeten eine erfolgreiche Wirtschaftsregion. Vor allem aber: Durch die Fusion könnten künftig die Geschäfte angesichts stetig steigender Herausforderungen noch besser im Sinne der Kunden und Mitglieder gestaltet werden. Beide Häuser gingen die Verschmelzung aus einer "Position der Stärke" an, so Luippold, damit beginne die gemeinsame Zukunft unter den besten Voraussetzungen.

Luippolds Vorstandskollege Joachim Calmbach erläuterte den Entwurf des Verschmelzungsvertrags, der mit 15 Paragrafen sehr schlank ausgefallen ist. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hohenzollern-Vertreter wird das neue Bankgebilde voraussichtlich Anfang Juli ins Genossenschaftsregister eingetragen; die Fusion würde dadurch rückwirkend zum 1. Januar 2015 vollzogen. Die formal übernehmende Bank ist die Volksbank Hohenzollern. Juristischer Sitz der neuen Volksbank Hohenzollern-Balingen soll Balingen sein; Verwaltungssitze gibt es in Balingen und Hechingen. Gleichberechtigte Vorstände sind Joachim Calmbach Arndt Ständer und Franz Steinhart; mit Vollzug der Fusion geht Edgar Luippold in den Ruhestand. Mitglieder der Volksbank Balingen werden automatisch Mitglieder der neuen Bank. Der künftige Aufsichtsrat hat zunächst 21 Mitglieder, davon 13 aus Hohenzollern und acht aus Balingen (Hans-Jörg Schwab, Christoph Heneka, Thomas Maas, Rainer Radke, Reinhold Schäfer, Egbert Schink, Claudia Strobel und Andrea Winnesberg-Scherf); das Gremium soll bis zum Jahr 2018 auf 15 Mitglieder verkleinert werden. Vorsitzender des künftigen Gremiums soll Hans-Jörg Schwab sein. Notwendig wird durch die Fusion auch die Neuwahl aller Vertreter; dabei soll, so ist es im Verschmelzungsvertrag formuliert, Rücksicht auf eine möglichst breite regionale Zusammensetzung genommen werden.

Gerhard Schorr, Verbandsdirektor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des baden-württembergischen Genossenschaftsverbands, erteilte dem Vertragsentwurf und der Verschmelzungsabsicht ein positives Votum. Aus wirtschaftlicher Sicht und im Sinne der Kunden und Mitglieder mache die Fusion Sinn; eine Bündelung der Bankkräfte sei aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten und der zunehmenden regulatorischen Herausforderungen notwendig, so Schorr.

Ebenfalls Werbung für den Zusammenschluss machte der Balinger Oberbürgermeister Helmut Reitemann. Die Fusion bedeute keineswegs das Ende der Volksbank Balingen, die in diesem Jahr ihr 150-Jähriges Bestehen feiert. Vielmehr, so Reitemann mit einem Verweis auf die Geschichte, sei auch die Volksbank Balingen erst durch zahlreiche Zusammenschlüsse mit anderen Instituten zu dem geworden, was sie heute sei. Er sei zuversichtlich, so Reitemann, dass die neue Bank gut für Balingen, gut für die Region Hohenzollern und gut für den Zollernalbkreis sei.