"Wir lesen junior" startet in eine neue Runde

Zwölf Grundschulklassen mit 250 Schülern sind in diesem Frühjahr dabei

In zwölf Schulklassen zwischen Stetten unter Holstein und Bisingen wird demnächst
wieder täglich die Hohenzollerische Zeitung gelesen. Einige Klassen starten schon kommende
Woche in das Bildungsprojekt „Wir lesen junior“, die anderen dann am 19. Juni.

Die Auftaktveranstaltung zur neuen Staffel fand am Donnerstag in den Hechinger Räumen der Volksbank Hohenzollern-Balingen statt. Das regionale genossenschaftliche Geldinstitut ist schon seit etlichen Jahren verlässlicher Projektpartner unserer Zeitung. Thomas Güntert,
Marketing-Chef der Volksbank, und seine Mitarbeiterin Monika Hipp waren Gastgeber für die Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Klassen für das Zeitungsprojekt angemeldet haben.

Die Inhalte des Projektes, das pädagogische Konzept und die Projektziele stellte Annkathrin
Rapp, Teamleiterin für Bildungsprojekte bei der SÜDWEST PRESSE, vor. Hauptbestandteil
des Projektes ist, dass die beteiligten Schüler – 250 an der Zahl – vier Wochen lang täglich die HZ ins Klassenzimmer geliefert bekommen. Dort können sie sich dann unter der Regie ihrer Lehrerin in vielfältiger Weise mit dem Medium Tageszeitung beschäftigen.
Anleitung dazu geben die – in Abstimmung mit dem Bildungsplan konzipierten – Begleithefte,
die Lehrern und Schülern an die Hand gegeben werden. Als wesentliche Projektziele
nannte Annkathrin Rapp die Vermittlung von Medienkompetenz schon im Grundschulalter, die
Sprachförderung und die Erweiterung des Wortschatzes und das Wecken von Interesse an lokalen Ereignissen. „In der Zeitung lese ich jetzt mit Papa, was bei uns passiert“, zitierte die Pädagogin beispielhaft die achtjährige Projektteilnehmerin Marlene.

Freilich kann die Zeitung nicht nur im Deutschunterricht eingesetzt werden, sondern beispielsweise auch im Fach Mathematik. Was hat doch der neunjährige Tim herausgefunden? „Meine Zeitung ist 52 Zentimeter lang. Wenn wir alle unsere Zeitungen zusammenlegen, gibt das 14,56 Meter. Krass, oder?“ Im Kunstunterricht wiederum dienen ausgelesene Zeitungen als begehrtes Bastelmaterial – zur Gestaltung von Collagen, Grußkarten oder Pappmaché- Objekten. Die Referentin gab den Lehrkräften wertvolle Tipps zur Unterrichtgestaltung – von der Wandzeitung bis zur Themensammlung, vom Lesetagebuch bis zur Redaktionskonferenz. Und wer multimedial ausgestattet ist, kann die gedruckten Nachrichten auch filmisch aufbereiten. Dann üben sich die Kinder als Tagesschau-Sprecher vor laufender Kamera. Klassischerweise bieten sich auch Rechercheausflüge an – sei es ins Druckzentrum Neckar-Alb, wo die HZ gedruckt wird, in den Tresorraum der Volksbank, zum Bäcker oder zur Feuerwehr. Schüler-Artikel und -Fotos, die dabei entstehen, drucken wir wie immer auf unseren beliebten Sonderseiten mit dem Seitenkopf „Wir lesen“ ab. Apropos Seitenkopf: Aus ihren Heften lernen die Schüler auch
ganz viel über Fachbegriffe aus dem Zeitungswesen – von A bis Abonnement bis Z wie Zeitungskopf. Der Aufmacher darf da ebenso wenig fehlen wie die Ente, die Schlagzeile oder die Kleinanzeige. Und damit alles schön kindgerecht abläuft, führt das Maskottchen „Kritzel“ die Jungs und Mädels durch ihr buntes Heft.

Text von Hardy Kromer, Hohenzollerische Zeitung