Vertreterversammlung 2017

Am 17. Mai in der Stadthalle in Balingen

Nähe leben – das sei eine der zentralen Handlungsmaximen der Volksbank Hohenzollern-Balingen, erklärte Vorstand Joachim Calmbach am Dienstagabend bei der Vertreterversammlung in der Balinger Stadthalle. Diese Nähe beschränke sich nicht auf die Anzahl der Geschäftsstellen vor Ort, sondern zeige sich auch im sozialen Engagement oder der Unterstützung des Mittelstands. Dennoch sprachen mehrere Vertreter die Schließung der 13 Filialen und fünf Geld­automaten kritisch an.

„Ich habe im vergangenen Jahr gefragt, ob Filialen geschlossen werden, damals wurde das verneint“, erinnerte ein Delegierter aus Gammertingen. Er sei enttäuscht, dass es dann wenige Monate später doch geschah. „Bei der Vertreterversammlung war das noch nicht klar“, erklärte Vorstand Franz Steinhart. Erst im Sommer habe sich eine Projektgruppe gebildet; im September sei dann der Beschluss gefasst worden. Die Kunden seien umgehend informiert worden. Für Kunden, die nicht selbst zur Filiale kommen können, gebe es einen Bargeldservice, der einmal im Monat kostenlos in Anspruch genommen werden kann.

Walter Gänsler aus Ostdorf wünschte sich bei Entscheidungen, wie etwa Filialschließungen, eine aktive Zusammenarbeit mit den Vertretern und nicht nur eine Mitteilung. Das sei bei 400 Delegierten schwierig zu machen, entgegnete Joachim Calmbach. Er gab jedoch an, dass künftig häufiger mit den Vertretern das Gespräch gesucht werden soll. In Ostdorf sei man zudem an alternativen Standorten dran. „Wir sind in guten Gesprächen und hoffen, dass wir eine Lösung finden“, sagte der Vorstand. Auch in Balingen soll sich die Situation verbessern. Auf Gehrn und im Norden der Stadt sollen zwei neue Geldautomaten aufgestellt werden.

Dr. Hans-Jörg Schwab berichtete als Chef des Aufsichtsrats über die Tätigkeit des Gremiums. Auch die Aufsichtsräte bedauerten den Abbau jeder einzelnen Geschäftsstelle. Doch die Rahmenbedingungen hätten keine andere Wahl gelassen.

Insgesamt blickt die Bank auf ein solides und zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück (die HZ berichtete). Auch erste Synergien aus der Fusion sind sichtbar. So sank der Verwaltungsaufwand um fast eine Million Euro im Vergleich zum Vorjahr. Durch den Bilanzgewinn von 2,03 Millionen Euro kann eine Dividende in Höhe von vier Prozent ausgeschüttet werden.

Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann gratulierte zu dem Jahresergebnis in Zeiten eines schwierigen Marktumfelds. Er sei froh, dass weitere Geldautomaten kommen sollen. Im Anschluss daran wurden die Mitglieder des Vorstands und die des Aufsichtsrats bei jeweils vier Gegenstimmen mehrheitlich entlastet. Die Aufsichtsratsmitglieder Meinrad Hirlinger, Gregor Biesinger, Roman Dehner, Dr. Michael Wagner und Claudia Strobel wurden einstimmig wiedergewählt. Dietmar Eger scheidet altersbedingt aus dem Gremium aus. Vorstand Franz Steinhart dankte ihm für sein 30-jähriges Engagement bei der Bank.

Text: Lydia Wania-Dreher (Hohenzollerische Zeitung)